Sudoku Schwierigkeitsgrad: woran man ihn wirklich erkennt
Von der Sudoku Sagax Redaktion · · 7 Min. Lesezeit
Fast jede Sudoku-Sammlung sortiert ihre Rätsel in Stufen, aber kaum eine sagt, was die Stufen eigentlich unterscheidet. Die verbreitete Annahme lautet: weniger Ziffern, schwereres Rätsel. Wir haben das an unseren eigenen Rätseln nachgezählt, und das Ergebnis passt nur zur Hälfte.
Der Mythos von der Zahl der Vorgaben
Wer ein Sudoku aufschlägt, sieht zuerst, wie voll das Gitter ist. Daraus auf die Schwierigkeit zu schließen, liegt nahe, und bei den leichten Stufen stimmt es auch. Unsere Rätsel haben im Schnitt rund 45, 35, 28 und 28 Vorgaben auf Leicht, Normal, Schwer und Extrem. Von Leicht zu Normal und von Normal zu Schwer wird das Gitter also deutlich leerer. Von Schwer zu Extrem ändert sich an der Zahl der Ziffern dagegen nichts.
Trotzdem ist Extrem spürbar schwerer. Der Grund liegt nicht in der Menge, sondern in der Art der Information. Ein Rätsel mit 28 Vorgaben kann sich fast von selbst lösen, wenn die Ziffern günstig verteilt sind, und es kann an einer einzigen Stelle ein seltenes Muster verlangen. Die Zahl der Vorgaben ist deshalb ein grober Anhaltspunkt für die unteren Stufen und für die oberen fast wertlos.
Dazu kommt, dass Sammlungen ihre Stufen sehr unterschiedlich zuschneiden. Was in einer Zeitschrift „sehr schwer“ heißt, ist in einer anderen App „mittel“. Ein Vergleich über Anbieter hinweg sagt deshalb wenig. Sinnvoll ist nur die Frage, was eine Stufe innerhalb einer Sammlung verlangt, und die lässt sich messen.
Was den Schwierigkeitsgrad wirklich bestimmt
Ein Sudoku ist so schwer wie die schwerste Technik, die man an der engsten Stelle braucht. Unser Generator prüft genau das bei jedem Rätsel, bevor es ausgeliefert wird. Auf Leicht und Normal genügen einzelne Ziffern, also Zellen mit nur einem möglichen Kandidaten oder Ziffern mit nur einem möglichen Platz. Auf Schwer braucht jedes Rätsel Paare oder Tripel. Auf Extrem braucht jedes Rätsel mindestens einen X-Wing, Swordfish, XY-Wing oder XYZ-Wing. Welche Techniken das genau sind, steht in unserer Übersicht der Lösungstechniken.
Wie oft man diese schweren Techniken braucht, ist überraschend selten. Wir haben je Stufe die ersten hundert Level vom Löser durchrechnen lassen und gezählt, wie viele Schritte mehr als eine einzelne Ziffer verlangen. Auf Leicht und Normal sind es null. Auf Schwer und Extrem sind es im Schnitt 4 auf Schwer und 5 auf Extrem, bei knapp sechzig Schritten insgesamt. Ein schweres Sudoku besteht also zum allergrößten Teil aus denselben einfachen Schritten wie ein leichtes. Es hat nur ein paar Engstellen, an denen ohne das richtige Muster nichts weitergeht.
Das erklärt ein Gefühl, das viele kennen: Man kommt zügig voran, steckt dann plötzlich fest, und nach dem einen gefundenen Schritt läuft es wieder wie von selbst. Diese Engstelle ist der Schwierigkeitsgrad, nicht die Summe der leeren Felder.
Der Test der ersten Minute
Es gibt eine einfache Art, ein Rätsel einzuschätzen, bevor man richtig anfängt: Man zählt, wie viele Felder sich sofort setzen lassen, ohne vorher irgendetwas einzutragen. Gemeint sind Zellen, in die nur eine Ziffer passt, und Ziffern, die in einer Zeile, Spalte oder einem Block nur noch einen Platz haben.
Bei unseren Rätseln sind das im Schnitt rund 24, 15, 6 und 8 Felder auf den vier Stufen. Auf Leicht sind also rund zwei Drittel der leeren Felder sofort zugänglich, und jede gesetzte Ziffer öffnet weitere. Auf Normal sind es deutlich weniger, man muss häufiger den Block wechseln und genauer suchen. Auf Schwer und Extrem beginnt man mit einer Handvoll Feldern, und die reichen nicht weit.
Auffällig ist wieder der Unterschied zwischen Schwer und Extrem. Ein Extrem-Rätsel beginnt im Schnitt sogar mit ein paar zugänglichen Feldern mehr als ein schweres. Wer die ersten Minuten auf Extrem leichter findet als erwartet, täuscht sich nicht. Der eigentliche Unterschied kommt später, an der ersten Engstelle, wo ein Paar nicht mehr reicht.
Für das eigene Spielen heißt das: Wer auf einer Stufe die ersten Felder findet und dann regelmäßig an derselben Art Stelle hängen bleibt, braucht keine leichtere Stufe, sondern die nächste Technik. Wer dagegen schon am Anfang kaum etwas findet, sollte die Reihenfolge üben, in der man Blöcke, Zeilen und Spalten absucht. Dazu steht mehr im Artikel über häufige Sudoku Fehler.
Wie lange ein Sudoku je Stufe dauern darf
Eine zweite Orientierung sind Zeiten. Für drei Sterne setzen wir 5, 10, 20 und 35 Minuten an, ohne Fehler. Das sind keine Durchschnittszeiten, sondern Ziele, die man mit Übung erreicht. Sie zeigen aber das Verhältnis der Stufen gut: Bis Schwer verdoppelt sich die Zeit mit jeder Stufe, Extrem liegt knapp unter dem Doppelten von Schwer.
Wer deutlich länger braucht, muss nicht langsamer denken. Meist steckt die Zeit in den Engstellen, genauer gesagt in der Suche nach dem Muster, das dort fehlt. Wer die Paare sicher findet, spart auf Schwer deshalb mehr Zeit als durch schnelleres Eintragen. Der zweite große Zeitfresser sind unvollständige Notizen, weil man ein vorhandenes Muster dann schlicht nicht sieht.
Welche Stufe passt zu mir?
Eine gute Stufe ist eine, auf der man meistens durchkommt, aber nicht ohne nachzudenken. Daraus lässt sich eine einfache Regel ableiten. Wenn du drei Rätsel hintereinander ohne Stillstand löst, ist es Zeit für die nächste Stufe. Wenn du in drei Rätseln hintereinander an einer Stelle aufgibst, lohnt es sich, die Technik zu lernen, die dort gefehlt hat, statt eine Stufe zurückzugehen.
Für den Wechsel von Normal auf Schwer ist das nackte Paar die wichtigste Technik. Für den Wechsel auf Extrem ist es der X-Wing, der einfachste der vier schweren Muster. Warum keines unserer Rätsel Probieren verlangt, erklärt der Artikel Sudoku lösen ohne Raten.
Zum Ausprobieren eignet sich ein Rätsel auf Normal gut. Zähl in der ersten Minute, wie viele Felder du sofort setzen kannst, und vergleich es mit den Zahlen oben.
Häufige Fragen zum Sudoku Schwierigkeitsgrad
Woran erkenne ich, wie schwer ein Sudoku ist?
Am zuverlässigsten an den Techniken, die es verlangt. Wer nicht lösen will, um es herauszufinden, zählt in der ersten Minute die sofort setzbaren Felder. Viele davon sprechen für eine leichte Stufe, wenige für Schwer oder Extrem.
Sind Sudokus mit weniger Zahlen immer schwerer?
Nein. Zwischen den leichten Stufen hängt es zusammen, zwischen Schwer und Extrem nicht. Bei uns haben beide im Schnitt rund 28 Vorgaben.
Was ist der Unterschied zwischen Schwer und Extrem?
Schwer verlangt Paare oder Tripel, Extrem eines der vier schweren Muster wie den X-Wing. Die Zahl der Vorgaben ist gleich, der Unterschied liegt an wenigen Engstellen.
Wie lange sollte ein Sudoku dauern?
Als Ziel für drei Sterne setzen wir 5 Minuten auf Leicht und 35 auf Extrem an. Länger zu brauchen ist normal, vor allem am Anfang.
