SUDOKUSAGAX

Häufige Sudoku Fehler und wie man sie sich abgewöhnt

Von der Sudoku Sagax Redaktion · · 7 Min. Lesezeit

Ein Fuchs sitzt vor einem angedeuteten Sudoku-Gitter aus goldenen Linien

Die meisten Sudoku Fehler sind keine Rechenfehler. Es sind Gewohnheiten, und Gewohnheiten lassen sich ändern, sobald man sie benennen kann. Fünf davon kosten fast alle Spielerinnen und Spieler Zeit, und vier davon hat man in einer Woche abgelegt.

Fehler 1: Raten, wenn es nicht weitergeht

Der teuerste Fehler beim Sudoku ist eine Zahl, die man einträgt, weil sie passen könnte. Das Problem daran ist nicht der Eintrag selbst, sondern was danach kommt: Auf einer geratenen Zahl baut man zwanzig weitere auf, und wenn der Widerspruch auftaucht, weiß man nicht mehr, wo er anfing. Ein Rätsel, das man raten muss, hat man nicht gelöst, sondern überlebt.

Ein sauber gebautes Sudoku braucht kein Raten. Jedes Rätsel, das unser Erzeuger ausgibt, hat genau eine Lösung, und diese Lösung lässt sich Schritt für Schritt herleiten. Wenn es nicht weitergeht, fehlt eine Technik und nicht das Glück. Die häufigste fehlende Technik ist nicht etwa etwas Exotisches, sondern das systematische Lesen der Blöcke, dazu gleich mehr.

Was stattdessen hilft: Nimm dir vor, bei Stillstand nicht die Zahl zu suchen, sondern die Zelle mit den wenigsten Möglichkeiten. Das ist dieselbe Arbeit, aber sie führt zu einer Begründung statt zu einem Versuch.

Fehler 2: Notizen zu spät anfangen

Viele fangen erst dann an, Kandidaten zu notieren, wenn sie feststecken. Genau dann ist es am teuersten: Man muss das halbe Gitter nachtragen, macht dabei Fehler, und die Notizen sind ab dem ersten Eintrag ungenau. Wer von Anfang an notiert, hat die Information schon da, wenn er sie braucht.

Der zweite Teil desselben Fehlers ist, Notizen nicht zu pflegen. Eine Kandidatenliste, aus der man eine Zahl nicht streicht, nachdem man sie woanders gesetzt hat, ist schlimmer als keine Liste. Sie sieht aus wie Wissen und ist keines. In der App streichen sich die Notizen mit, wenn du eine Zahl setzt, auf Papier musst du es selbst tun.

Im folgenden Beispiel steht in einer Zelle nur noch ein einziger Kandidat. Das nennt sich Naked Single und ist die einfachste aller Techniken. Klick dich durch:

Fehler 3: Nur Zeilen und Spalten lesen

Das Sudoku hat drei Arten von Einheiten: neun Zeilen, neun Spalten und neun Blöcke. Wer feststeckt, hat fast immer die Blöcke vernachlässigt. Das liegt daran, dass Zeilen und Spalten optisch vorgegeben sind und Blöcke ein bisschen Kopfarbeit kosten.

Die Gegenmaßnahme ist eine Reihenfolge, die man stur durchzieht: erst alle neun Blöcke auf eine einzelne Ziffer absuchen, dann die Zeilen, dann die Spalten. Wer das dreimal macht, findet die meisten leichten und mittleren Rätsel ohne eine einzige Notiz. Und wenn es dann immer noch klemmt, ist der nächste Schritt eine benannte Technik und kein Anlauf ins Blaue.

Die beiden Techniken, die danach am meisten bringen, sind das nackte Paar und das versteckte Paar. Beide räumen eine Einheit so weit auf, dass der nächste Single von selbst auftaucht. Eine Übersicht über alle steht bei den Lösungstechniken.

Fehler 4: Zu früh auf die schwere Stufe

Es gibt bei uns vier Stufen, und sie unterscheiden sich nicht nur in der Zahl der Vorgaben, sondern in den Techniken, die man braucht. Die Zeiten, die wir für drei Sterne ansetzen, zeigen den Abstand deutlich: fünf Minuten bei Leicht, zehn bei Normal, zwanzig bei Schwer und fünfunddreißig bei Extrem. Das ist der Siebenfache Sprung von der ersten zur letzten Stufe, und er kommt nicht daher, dass man langsamer tippt.

Wer auf Schwer einsteigt, verbringt die meiste Zeit damit, Techniken zu suchen, die er noch nicht kennt. Das fühlt sich nach Denken an und ist Stochern. Sinnvoller ist, eine Stufe so lange zu spielen, bis man sie ohne Stillstand durchkommt, und erst dann zu wechseln. Leichte Sudoku sind dafür kein Rückschritt, sondern das Übungsfeld für genau die Reihenfolge aus Fehler 3.

Fehler 5: Den eigenen Fehler nicht auswerten

Wer sich verrechnet, löscht die Zahl und macht weiter. Damit ist der Fehler weg, die Ursache aber nicht. Fast alle Fehleinträge gehören zu einer von drei Familien: die Ziffer stand schon im Block, sie stand schon in der Spalte, oder sie war in der Zeile nur scheinbar frei, weil eine Notiz nicht nachgezogen wurde.

Es lohnt sich, bei jedem Fehler kurz zu benennen, welche der drei es war. Nach zehn Rätseln weiß man, welche Einheit man systematisch übersieht, und das ist die einzige Information, die wirklich etwas ändert. Bei uns kostet das übrigens auch Sterne, und zwar schneller, als die meisten erwarten: Schon ein einziger Fehler kostet den dritten Stern, auf jeder Stufe. Für den zweiten Stern gibt es dagegen ein Budget, und das wächst mit der Schwierigkeit: zwei Fehler auf Leicht, drei auf Normal, vier auf Schwer und sechs auf Extrem. Einer mehr, und es bleibt ein Stern.

▶ Ein Sudoku spielen

Was tun, wenn ein Widerspruch auftaucht

Irgendwann steht in einer Zeile zweimal die Sieben, oder eine Zelle hat gar keinen Kandidaten mehr. Der erste Reflex ist, die letzte Zahl zu löschen. Das ist fast immer falsch, denn der Fehler liegt meist mehrere Schritte vorher; die letzte Zahl war nur die, bei der er sichtbar wurde.

Besser ist eine Rückwärtsprüfung nach Einheiten statt nach Zeitpunkten. Nimm die Zeile, die Spalte und den Block, in denen der Widerspruch auftaucht, und prüfe jede Ziffer darin einzeln gegen die Vorgaben. In neun von zehn Fällen findet man den falschen Eintrag innerhalb dieser drei Einheiten, weil ein Fehler sich nur dort auswirken kann, wo er hingeschrieben wurde.

Was dabei hilft, ist eine Angewohnheit aus dem vorigen Abschnitt: Wer seine Notizen pflegt, sieht den Widerspruch früher. Eine Zelle ohne Kandidaten fällt auf, lange bevor eine Ziffer doppelt im Gitter steht. Und wer vermeiden will, dass ein einzelner Fehleintrag das ganze Rätsel kostet, spielt eine Runde auf einer Stufe darunter, bis die Reihenfolge sitzt. Unsere elf Rätselarten haben dieselbe Eigenschaft: Wer Kakuro oder Binärrätsel sauber löst, hat die Prüfroutine schon verinnerlicht und überträgt sie aufs Sudoku.

Häufige Fragen zu Sudoku Fehlern

Warum mache ich beim Sudoku immer wieder dieselben Fehler?

Weil ein Fehler beim Sudoku selten eine Rechenpanne ist, sondern eine übersprungene Prüfung. Wer die Blöcke nicht systematisch durchgeht, übersieht dieselbe Art von Kollision immer wieder. Benenne bei den nächsten zehn Rätseln jeden Fehler nach seiner Einheit, dann sieht man das Muster.

Muss man beim Sudoku manchmal raten?

Bei einem korrekt gebauten Rätsel nicht. Jedes Rätsel mit genau einer Lösung lässt sich logisch herleiten. Wenn nichts mehr geht, fehlt eine Technik, und zwar meistens eine der einfachen.

Wann sollte man anfangen, Kandidaten zu notieren?

Sobald die erste Runde durch Blöcke, Zeilen und Spalten keine neue Zahl mehr bringt. Später anzufangen kostet mehr Zeit, als man durch das Weglassen gespart hat.

Sind Fehler schlimm, wenn ich nur zum Spaß spiele?

Für den Spaß nicht. Für den Fortschritt schon, weil ein unbemerkter Fehleintrag das restliche Rätsel unlösbar macht und man die Zeit mit der Suche nach dem Widerspruch verbringt statt mit dem Lösen.

← Zurück zum Blog